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am 14. Oktober 2015

Werden Sie Baumpate/-in in Breitenfurt!

Susanne Hartig, Doris Eisenriegler - Die zuständige Straßenmeisterei macht keine Ersatzpflanzungen für die gefällten Linden. Die Breitenfurter Grünen haben das Einverständnis der anliegenden Grundeigentümer und suchen nun nach Baumpaten und -patinnen!

Jetzt ist die richtige Zeit, Bäume zu pflanzen! 

Wenn Sie sich vorstellen können, eine größere Linde zu spenden, an der dann ihr Namensschild angebracht wird, dann melden Sie sich bitte bei uns! Für einen Baum ist mit rund 500EUR zu rechnen, Sie können natürlich auch als Gruppe eine Patenschaft übernehmen.

Kontakt: breitenfurt@gruene.at 

Straßenbäume – ein Stück Heimat!

Es ist nicht egal, wieviel Natur unsere Enkelkinder später noch vorfinden!

Einst säumten mächtige Mostbirnbäume die Breitenfurter Straßen und auch einige Linden an der Heiligenkreuzer Straße. In meiner Kindheit waren das schon große Bäume, die Linden sind mindestens hundert Jahre alt. Dabei haben sie normalerweise eine Lebenserwartung von mehreren hundert Jahren! Sukzessive entstanden zwischen den Reihen in den letzten Jahren immer größere Lücken, immer wieder fielen einige Riesen der Motorsäge zum Opfer, obwohl sie augenscheinlich durchaus vital waren. Es schien sich auch niemand um die Pflege der Verbliebenen zu kümmern. Die einzige „Pflegemaßnahme“ war das periodische Abschneiden dicker Äste, was natürlich den Bäumen keinesfalls gut getan hat.

Ein Baum, in hundert Jahren zu stattlicher Größe gewachsen, mit einem Stammdurchmesser von bis zu 100 cm, stellte bisher offenbar keinen Wert dar. Salzstreuung im Winter und Aufschüttungen im Straßenraum sind natürlich ein lebensverkürzender Stressfaktor für diese Zeugen aus einer anderen Zeit!

Als dieser Tage wieder einmal die Motorsäge heulte, und das mitten in der Vogel-Brutzeit und zur Baumblüte, reichte es mir dann. Ich stellte mich schützend unter den Baum und stoppte dadurch die Arbeiten.

Inzwischen fand eine neue Begehung mit Vertretern der Straßenmeisterei Mödling und der NÖ Landesregierung statt. Der von den Breitenfurter Grünen beigezogene Baumsachverständige konnte schließlich die Erhaltenswürdigkeit einer der drei gefährdeten Linden bescheinigen. Für den bereits halb umgeschnittenen Baum gibt es allerdings keine Rettung, für einen zweiten konnte zumindest ein Aufschub der Fällung erwirkt werden!

Die Bäume an der Heiligenkreuzer Straße sind Teil unserer Heimat. Sie gehören zum Landschaftsbild und verdienen einen achtsamen Umgang. Sie sind Sauerstoff-Spender und Wohnraum für zahlreiche Tierarten. Sie sind unser Erbe für künftige Generationen, ihre Erhaltung liegt in unserer Verantwortung. Eine meiner Enkeltöchter geht in einen Waldkindergarten. Sie hat dort einen Baumfreund. Welch ein Reichtum! Ein Tag der Artenvielfalt in Breitenfurt ist zu wenig. Lasst uns 365 Tage im Jahr die reiche Natur unserer Gemeinde schätzen und genießen. Schützen und pflegen wir unsere Bäume – sie sind unersetzlich!

Den Straßenbäumen geht es an den Kragen

Die einen fordern die Entfernung dieser Gefahrenquellen, die anderen setzen sich für den Erhalt der Bäume ein.

Grundsätzlich obliegt dem Eigentümer des Verkehrsraums – also in der Regel dem Bund, dem Land oder der Gemeinde – die „Verkehrssicherungspflicht“. Das zuständige Straßenbauamt hat alle notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, damit für niemanden Schaden entsteht. Verursachen umstürzende Bäume oder herabfallende Äste Sach- oder Personenschäden, kommt es häufig zu Schadenersatzklagen vor Gericht. Hier ist in jedem einzelnen Fall zu klären, ob der „Verkehrssicherungspflichtige“, der von ihm mit der Baum-Sichtprüfung Beauftragte oder der Geschädigte selbst haftbar zu machen ist.

Eine Frage der Wirtschaftlichkeit?

Gesetzlich vorgeschriebene Sichtkontrollen sind zeit- und kostenaufwändig und erfordern geschultes Personal. Äußerlich sichtbare Symptome wie Risse in der Rinde, Wülste und „Rippen“ verweisen auf innere Spannungen im Holz. Bestehen Bedenken hinsichtlich der Stand- und Bruchfestigkeit, sind genauere Untersuchungen unvermeidlich. Bei Verdacht auf Kernfäule werden Bohrungen vorgenommen und die Bohrkerne auf Zug- und Biegungsstabilität geprüft. Diese Ergebnisse entscheiden über das weitere Vorgehen. Im Extremfall muss der Baum gefällt werden, manchmal genügt ein Rückschnitt – oft in luftiger Höhe. Das Straßenbauamt wägt die anfallenden Kosten für Anfahrt, Personal etc. ab und trifft eine wirtschaftliche“ Entscheidung.

Straßenbäume und Alleen als Kulturdenkmäler und Lebensräume

Alte Alleen sind erlebbare historische Zeitzeugen. Jene Linden in der Heiligenkreuzer Straße, denen es im Juni hätte „an den Kragen gehen“ sollen, standen schon lange bevor die Straße asphaltiert wurde an ihrem Platz. Im 19. Jahrhundert rollten Ochsenkarren an ihnen vorbei. Aufschüttungen und Asphaltdecken führten zu einer Erhöhung der Straße. Die Straße wurde immer breiter und rückte an die alten Linden heran. Äste, die den Straßenverkehr störten, wurden entfernt, aber die Bäume selbst wurden nie gepflegt. So wie diese Linden sind auch andere Straßenbäume unverwechselbare Wahrzeichen der Region, sie sind und sie verbinden Lebensräume. Sie bieten Brut- und Rastplätze für Vögel, Lebensraum für Insekten, Reptilien und Kleinsäuger. Sie spenden Schatten, verringern den Straßenlärm und binden Staub und Abgase.

Doch viele unserer Straßenbäume sind gefährdet

Durch den persönlichen Einsatz der Grünen Gemeinderätin Doris Eisenriegler konnten zwei Linden vorerst gerettet werden. Der von den Breitenfurter Grünen beauftragte Straßenbaumsachverständige erstellte ein entsprechendes Gutachten und übernahm somit die Verantwortung. Die Breitenfurter Grünen übernahmen die Kosten und hoffen, dass in Zukunft nicht vorrangig die „Wirtschaftlichkeit“ über den Verbleib unserer Straßenbäume entscheidet.