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am 28. April 2016

Naturbeobachtungen und Frühlingsgenüsse

- Was ist der Frühling doch für eine spannende Zeit! Jeden Tag gibt es etwas Neues zu sehen und zu beobachten, das man in diesem Jahr sicher noch nicht erspäht hat.

Wenn sich die allerersten Frühlingsblüten öffnen, ändert sich meist das Licht von einem Tag auf den anderen. Der Gesang der Vögel ändert sich und man sieht sie oft mit voller Ladung für den Nestbau gegen die Schwerkraft anfliegen. Dann steht da Mitte Februar ein Mandelbäumchen in voller Blüte und man fragt sich: Klimawandel, oder was? Sicher, die Veränderungen, die mit dem Klimawandel einhergehen, erscheinen uns, als ob in der Natur alles Mögliche durcheinander käme. Trotzdem gibt es ein paar untrügliche Anzeichen dafür, wo wir im Jahreszeitenwechsel gerade stehen. 

Phänologie

Die dazugehörige Wissenschaft nennt sich Phänologie. Und Phänologen können wir alle bis zu einem gewissen Grad sein. Es braucht dafür keine Gerätschaften, Labors oder Studien. Nur ein bisschen Aufmerksamkeit dafür, was sich in der Natur gerade tut. Manche Pflanzen treiben eben oft sehr früh aus, sogar schon im Winter, nach anderen kann man die Jahreszeitenuhr stellen. Manche Vögel ersparen sich neuerdings den beschwerlichen Vogelzug und bleiben den Winter über immer öfter hier. Andere kommen zuverlässig erst dann, wenn der Frühling ganz bestimmte Fortschritte gemacht hat. Anregungen für eigene Beobachtungen finden Sie hier:

www.naturkalender.at

www.phenowatch.at

Kulinarische Frühlingskur

Viele Frühlingsgemüse haben eine reinigende Wirkung auf unseren Organismus. Nicht nur Kulturgemüse, sondern auch Wildgemüse. Was liegt da näher, als eine kulinarische Frühlingskur? Während ich das hier schreibe, ist der Bärlauch gerade im allerbesten Erntestadium: noch zart und jung und doch schon massenhaft. Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist er wahrscheinlich schon weiter, und seine Knospen öffnen sich bald zu wunderschönen weißen Blüten. Meiner Ansicht nach sind sie die wahre Delikatesse. Ein mildes Knoblaucharoma mischt sich mit etwas Blumigem. Eine Handvoll dieser zarten Blüten in einer ganz gewöhnlichen Eierspeise ergeben ein ganz herrliches Frühlingsessen. Und für alle, die beim Sammeln von Wildkräutern noch nicht so erfahren sind, haben die Bärlauchblüten auch noch den Vorteil, dass sie sicher nicht mit der Herbstzeitlose oder den Maiglöckchen verwechselbar sind.

Der wilde Hopfen ist ebenfalls ein wertvolles Frühlingsgemüse. Geerntet werden die zarten Triebspitzen – eventuell mit den ersten Blättern. Man findet ihn am Rand von Gebüschen, meist an eher feuchten Stellen. Weil die Triebe lang und dünn sind, können sie blanchiert, fast wie Spaghetti mit einer Sauce serviert werden oder einfach in Butter, kurz angedünstet, mit Gewürzen – und dazu ein gutes Brot.

Renate Weber