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Leserbriefe

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  • an dieser Stelle die Meinungen unserer LeserInnen veröffentlichen!

11/2017 - Link zu Mountainbiketouren

Mit Interesse haben wir Ihren Artikel in der „BRENNNESSEL 06/2017“ auf Seite 1 gelesen. Es freut uns, wenn die Wälder um Breitenfurt als Erholungsraum gepriesen werden. Der guten Ordnung halber möchten wir nur anmerken, dass der von Ihnen publizierte Link (www.outdooractive.com) zu den Mountainbiketouren in Breitenfurt bei Wien leider auch MTB-Routen veröffentlicht, welche nicht freigegeben sind. Unter www.wienerwald.info/mountainbiken​ finden Sie das aktuelle MTB-Streckennetz. Vielleicht können Sie in Ihrer nächsten Ausgabe der BRENNNESSEL auf diesen Link hinweisen, um ein „Miteinander im Wienerwald“ weiter zu fördern?

Mit freundlichen Grüßen.

Bernhard Herzog

Österreichische Bundesforste AG


05/2017 - Geheimnisvolle Grundmauern? Thomas Steigberger schrieb in der letzten Brennnessel von baulichen Überresten und diversen Gerüchten um sie. Einige BreitenfurterInnen meldeten sich dazu und berichteten von albanischen Arbeitern, von Lazaretten für NS-Soldaten, von nie fertig gebauten Vorhaben usw. Helmut Schmitt klärt nun auf:

Sie schreiben im Heft 72/April 2017 der BRENNNESSEL von geheimnisvollen Grundmauern im Bereich der Liesingtalstraße. Dazu möchte ich ihnen folgende Erklärung liefern:

In der Zwischenkriegszeit entstanden auf den großen Grünflächen rund um den Kern der Großstadt „wilde“ Siedlungen (z.B. Bruckhaufen, Essling etc.), aber auch in Breitenfurt - das damals ja zu Wien gehörte - war das Siedlungswesen außer Kontrolle geraten. So wurde von den neuen Machthabern ein generelles Neubauverbot erlassen um eine gewisse Ordnung in die verselbständigende Siedlungstätigkeit zu bringen. Doch je länger der Krieg dauerte, umso stärker begann wieder das unkontrollierte Siedeln, auch in Breitenfurt. Das Problem wurde zu Beginn der 40-er Jahre so groß, dass der Wiener Bürgermeister Philipp Wilhelm Jung forderte, spezielle Siedlungs- und Neubaugebiete auszuweisen und gegen wilde Siedler rigoros vorzugehen. Darauf antwortete ihm der Leiter der Wiener Landesplanung, Dr. Andreas Tröster: „Das Gebiet von Liesing bis Mödling ist durchwegs von wilden Siedlungen aufgeschlossen, hier … sind Zusammenfügungen unbedingt notwendig … für 100.000 Wohnungen in aufgelockerter Bauweise. Eine Wiener-Wald-Besiedlung ist mit allen Mitteln zu verhindern, das Breitenfurter Tal sowieso abzusiedeln …“. Handschriftlich merkte er noch an: „! aber wo? dort wo wir wollen, wollen die nicht!“ Umgesetzt wurde davon aber nichts, ganz im Gegenteil. Als ab dem Jahr 1943 die Luftangriffe auf Hitler-Deutschland immer intensiver wurden, verfügte der Reichsleiter der NSDAP und Leiter des Einheitsverbands Deutsche Arbeitsfront (DAF), Robert Ley, den Bau von sogenannten Ley-Siedlungen außerhalb der von den Luftangriffen bedrohten Gebiete, wobei die dabei zur Ausführung gelangenden Gebäudetypen immer mehr der schlechten Versorgung mit Baumaterial angepasst wurden. Auch in Wien begann man sich ab 1943 mit dem Bau dieser sogenannten „Behelfsunterkünfte“ auseinanderzusetzen und orientierte sich dabei am vorgegebenen „Reichseinheitstyp“. 50.000 solcher Wohneinheiten sollten damals am Stadtrand von Groß-Wien entstehen. Aber erst Ende 1944 wurde die Errichtung von 2.000 solcher Behelfsheime für Bombengeschädigte in Angriff genommen, darunter 115 in Breitenfurt. Die dazu notwendigen Grundstücke waren ja vorhanden, denn mit dem Verlust der Selbständigkeit Breitenfurts im Jahr 1938 gingen auch die betreffenden Grundstücke, die zuvor der „Eigenheim Kommandit- und Wohnungs- Aktiengesellschaft“ gehörten, in das Eigentum der Deutschen Arbeitsfront über. Doch die Ziegelindustrie sah sich nicht mehr imstande, für diese Behelfsheime das notwendige Baumaterial zu liefern. So wurden sie zumeist aus Schlacke- und Betonhohlsteinen, oder im Holzskelettbau mit Schilfmatten zur Wärmedämmung, errichtet. Darüber hinaus mangelte es auch an Arbeitskräften, insbesondere fehlten Fachkräfte. So verzögerte sich der Baufortschritt erheblich. Die in Breitenfurt im Kirchenbergl stehenden Grundmauern sowie die Fundamente auf der EVN-Wiese und entlang der Liesingtalstraße, die von ihren Abmessungen her der vom Architekten Franz Schuster entwickelten „Wiener Type“ entsprechen, sind Überreste der letzten Versuche einer kriegsbedingten Wiener Wohnbaupolitik. Sehr wahrscheinlich, dass die Gebäude zu Kriegsende noch nicht einmal bezogen worden waren.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schmitt

Quellen:
Die Gemeindeverwaltung des Reichsgaues Wien vom 1. April 1940 bis 31. März 1945; Verwaltungsbericht, herausgegeben von der Stadt Wien, Abteilung für Statistik, S 196

Wiener Studien zur Zeitgeschichte, Band 7; Ingeburg Weinberger: NS-Siedlungen in Wien; LIT-Verlag Wien; Seite 249-260

01/2017 - Heilsames Unkraut

Durch Zufall bin ich auf die „Brennnessel“ gestoßen. Bei der sorgfältigen Lektüre der beiden letzten Nummern kam ich ins Staunen und Schwärmen.

Ich kenne jedenfalls keine parteinahe Gemeindezeitung in ganz Österreich, die einen derartig hohen Standard in jederlei Hinsicht bietet. Sämtliche Beiträge sind sachlich fundiert und kommen ohne die üblichen Polemiken, primitiven Unterstellungen und Übergriffe aus. Sie bieten vielmehr gediegene Hintergrundinformation und verzichten dabei auf ideologische Vereinnahmung und parteipolitische Einseitigkeit. Sie machen mit gründlicher Recherche, hoher Kompetenz und gutem Stil auf Missstände, Packeleien und Probleme aufmerksam und bieten sachorientierte Lösungen an. Dazu kommen ein äußerst ansprechendes Layout und ein ausführlicher Service-Teil. Und dahinter steht offensichtlich ein nicht nur sehr engagiertes, sondern zudem auch hochprofessionelles ehrenamtliches Team! Alle Parteien einschließlich der Grünen auf Landes- und Bundesebene sollten sich das zum Vorbild nehmen!

Ich bin mir nicht sicher, ob es allen BreitenfurterInnen bewusst ist, welch heilsames „Unkraut“ da in ihrem Gemeindegarten wächst. Breitenfurt muss jedenfalls nichts fürchten, solange es solche BürgerInnen hat und noch viele „Brennnesseln“ nachwachsen. Ich freue mich schon auf das Frühjahr!

Mag. Dr. Karl Kumpfmüller

01/2017 - Liebe Grüne Kollegen aus dem benachbarten Breitenfurt!

Vielen Dank, dass ihr mir immer die aktuelle BRENNNESSEL sendet. Muss echt sagen, das ist die gelungenste, dabei vor allem informativste UND unterhaltsamste Publikation einer Ortsgruppe, die ich kenne. 

Chapeau! ... und weiter so. Muntere Waldgrüsse aus Liesing!

Michael Klemsch

01/2017 - Silvesterknallerei

Gemäß „same procedere as every year" und der gesetzmäßigen Regelmäßigkeit des Jahreswechsels, beginnt der archaische Brauch der Silvesterknallerei. Obwohl eigentlich im Ortsgebiet untersagt, glauben einige Mitmenschen, nicht nur sich selbst, sondern auch ihrer Nachbarschaft eine Freude machen zu müssen. Ungeachtet ob dies erwünscht wird oder nicht. Ein besonders lärmspendables Exemplar der Gattung besiedelt den Margaritenweg. Nicht nur, dass er sich selbst und seine mitfeiernden Gäste erfreut am hellen Klang der Böller und Raketen im eigenen Garten – nein es dürfen sämtliche Anwohner daran teilhaben weil der Quell der Freude auf die Straße verlegt wird. Somit haben viele Haushalte mit älteren Mitmenschen, viele mit Haustieren, auch etwas davon. Und das Straßenbild wird durch die Hinterlassenschaften auch behübscht. Aber wahrscheinlich geschieht das im besten Glauben, schließlich handelt man ja als Mitglied einer politischen Vereinigung stets im öffentlichen Interesse und zum Wohle der Allgemeinheit. Nun zumindest wir können auf diese Art der Zwangsbeglückung gerne verzichten. Siehe Bild vom Morgen danach.

Michael Kraus

04/2016 - Baumrodungen

Ich wohne seit 24 Jahren in Breitenfurt am Königsbühel und bin immer wieder gerne auf der Forststraße Richtung Laab im Walde unterwegs. Ein wunderschöner Weg, den man auch immer wieder gerne hergezeigt hat. Was sich aber in den letzten Jahren, ganz speziell in diesem Winter, entlang dieser Straße abspielt, ist nur schwer nachzuvollziehen.

Nicht nur, dass man mit schweren Fahrzeugen breite Schneisen durch den Wald gemacht hat, werden seit Herbst nicht wie bisher nur einzelne Bäume gefällt, sondern ganze Flächen gerodet.

Wenn sich das so fortsetzt, wird von unserem schönen Wald nicht mehr viel übrig bleiben.

Wo sind unsere Waldhüter und wie verhält es sich mit dem Krach durch die Baufahrzeuge, der durch den ausgebliebenen Winter die Tiere in ihrer Winterruhe stört? Für Radfahrer und Reiter werden Verbotsschilder angebracht, um die Tiere nicht zu stören. Sowieso ein totaler Schwachsinn!

Was mir auch auffällt, eine Waldpflege so wie früher gibt es kaum mehr, vielerorts bleiben die Äste liegen. Soviel mir bekannt ist, bevorzugt der Borkenkäfer nur lebendes Holz, also warum wird der Wald nach Schlägerungen nicht aufgeräumt?

Derzeit lässt die Gemeinde an der Hauptstraße Zäune zum Schutz der geschützten Unken und Kröten aufstellen, engagierte Breitenfurter bemühen sich jedes Jahr, den Tieren die sichere Überquerung der Hauptstraße zu ermöglichen.

Niemanden interessiert aber, dass ein paar hundert Meter oberhalb die Kröten noch ihren Winterschlaf in den belaubten Rinnen neben der Forststraße halten. Tonnen von gefällten Bäumen wurden genau dort platziert, die Tiere haben keine Chance, hier lebend herauszukommen.

Wer bestimmt eigentlich den Zeitpunkt für die Rodungen?

Offensichtlich jemand, der für unsere Natur wenig übrig hat. Denn sonst würde man auch ältere Bäume mit Höhlen stehen lassen, um diese den Vögel, etc., als Behausung zur Aufzucht ihrer Jungen zu überlassen. Profitorientiert – aber sprechen wir nicht immer von Nachhaltigkeit?

Das bedeutet aber, dass wir für Generationen unsere Natur schützen müssen. Warum gehen wir dann so sorglos mit ihr um?

Michaela Lang

01/2016 - Anmerkungen zu den Behauptungen von Dr. Hahn im Leserbrief vom 25.12.2015, siehe weiter unten, im Detail:

1. Das Projekt des Waldsportpfades hat mit einem eventuellen Was-auch-immer-Projekt auf der Wiese absolut nichts zu tun (wie in der Überschrift angedeutet wird).

2. 7-8 punktuelle Geräte, die zu einem guten Teil aus heimischem Holz bestehen, mit einer Verbauung gleichzusetzen ist stark übertreibend (vgl. Hochstände, Wildfütterungen, Schrankenanlagen etc.)

3. Der Waldsportpfad soll die unbestritten zahlreichen Gelegenheiten zum Spazieren, Laufen und Walken nicht ersetzen, sondern ergänzend dazu angeleitete Fitnessübungen in der freien Natur ermöglichen.

4. Einerseits von "bis zu hundert Teilnehmern Anfang der Neunzigerjahre" bei Waldlauftreffs zu sprechen und andererseits zu behaupten, "der Fitness-Parcours am Hirschentanz wurde nie richtig angenommen" und er wäre "alsbald dem Verfall preisgegeben" worden, bedarf nachvollziehbarer Informationen, um mehr als eine tendenziöse Behauptung zu bleiben.

5. Die von Dr. Hahn angeführte Vermischung der Beschreibung und der Kosten von Waldsportpfad und optionalem Yolates-Pfad ist nicht zutreffend und mit den der Gemeinde vorliegenden Unterlagen eindeutig zu widerlegen (Kosten Waldsportpfad: ca. 30.500 € (davon 7.500 Gemeinde Breitenfurt, 2.500 Land NÖ, Rest Sponsoren), Kosten optionaler Yolates-Pfad: zusätzlich 5.500 €).

6. Die parteiunabhängigen Initiatoren des Waldsportpfades haben Pflegemaßnahmen im Wald bisher weder kritisiert, noch eine bestimmte Waldbewirtschaftung gefordert.

7. Wenn sich das Wild schon derzeit trotz Hunden und Menschen im Frauenwald aufhält, wird es sich in Zukunft durch einige Holzgeräte und dort trainierende Menschen weiterhin nicht gestört fühlen. Es ist den Initiatoren umso mehr ein Anliegen, die geplante Nutzung in die Nähe vorhandener Nutzungen zu legen, anstatt bestehende Ruhezonen neu zu erschließen.

Informationen zum Waldsportpfad Breitenfurt:

Im Rahmen des überparteilichen Bürgerbeteiligungsprozesses von Breitenfurt.2023 wurde das Projekt eines Waldsportpfades im Frauenwald entwickelt und vom Gemeinderat für das Jahr 2016 ins Budget aufgenommen, wobei 2/3 der Kosten durch Sponsorengelder aufgebracht werden sollen.

Durch die zentrale Lage, Nähe zu Schule, Hort und Sportplatz, die flache Beschaffenheit der Runde, die Offenheit und Überschaubarkeit des Waldes, die bereits vorhandenen und vielbegangenen Wege und auch einigen Freiflächen, welche Platz für die erdachten Stationen geben, bietet dieser kleine Wald im Eigentum der Gemeinde ausgezeichnete Voraussetzungen.

Geplant sind derzeit 7-8 Stationen, bestehend aus stabilen, TÜV-geprüften Holzgeräten der Firma Moser, welche Robinie und Lungauer Lärche dafür verarbeitet. Auf den derzeit am Rand des Frauenwaldes bestehenden Wegen sollen Stationen wie eine Balancierstrecke, ein Dreifachreck, Sit-up-Bank, Rückentrainer, Liegestütz-Balken und eine Hangelstrecke allen Generationen, je nach Kondition, Zeit und Lust, mit diversen Übungsvorschlägen auf Tafeln, zur Verfügung stehen. Für genannte Tafeln, die Streckenvermessung, Gesamtkonzept etc. wurde die Firma Runnersfun ins Auge gefasst. Ein zusätzlicher Yolatespfad mit dem gleichen Verlauf ist derzeit nur optional geplant und würde gesondert berechnet werden.

Die Kürze der Strecke (ca. 1,5km) und die gute Erreichbarkeit (nahe Busstation) entsprechen den heutigen Anforderungen, die sich seit Zeiten des Waldsportpfades am Hirschentanz verändert haben. Oft bleibt nicht viel Zeit zum Sport, und so kann hier in einer Runde der gesamte Körper trainiert werden. Wer mehr Zeit hat, kann in mehreren Runden jeweils andere Übungen probieren. Mag. Barbara Kral vom LIFE-Sportstudio Breitenfurt hat bei der Konzipierung geholfen und würde sich auch über die Möglichkeit eines Outdoor-Trainings mit ihren Kunden und Interessierten freuen.

Bereits jetzt sind auf jenen Wegen viele Spaziergänger (mit oder ohne Hund) und Läufer unterwegs. Es ist nicht unser Ziel, vermeintlich unberührte Natur zu zerstören, sondern bereits intensiv begangene Wege zu nutzen, um dadurch den Breitenfurterinnen und Breitenfurtern die Möglichkeit zu geben, gesünder, agiler, beweglicher und aktiver zu werden und zu bleiben.

Monika Steidl, Initiatorin Waldsportpfad

Dipl.-Ing. Alexander Beran, Landschaftsplaner (BOKU)

01/2016 -  Wiese geschützt – Wald verbaut?

Zum geplanten „neuen Waldsportpfad im Frauenwald“ einige Gedanken: Breitenfurt bietet mit seiner Lage fast unbegrenzt Möglichkeiten zum Spazieren, Laufen und Walken in freier Natur und in unmittelbarer Umgebung. Wir haben bereits vor Jahren detaillierte Streckenpläne ausgearbeitet und veröffentlicht und in Form von regelmäßigen, wöchentlichen, betreuten Waldlauftreffs für unterschiedliche Anforderungsstufen in die Praxis umgesetzt, mit bis zu hundert Teilnehmern Anfang der Neunzigerjahre.

Der Fitness-Parcours am Hirschentanz wurde nie richtig angenommen, die Stationen waren alsbald dem Verfall preisgegeben, weil nicht betreut, deren Reste dienen seit Jahren keinerlei körperlicher Ertüchtigung, sondern stellen ein Gefährdungspotential für spielende Kinder dar und sollten endlich entsorgt werden.

Der geplante Rundkurs von 1,5 Kilometer Länge mit „ganzheitlichen Modulen für Geist und Seele“, einem GPS-gesteuertem Streckenleitsystem, einem begleitendem „Yolates-Weg“, einer „Mischung aus Pilates, Yoga und Meditation nach fernöstlichem Vorbild“, steht mit seiner gesundheitlichen Relevanz für die Breitenfurter Bevölkerung in keinem Verhältnis zu den geplanten Kosten von über 30.000 Euro.

Die erforderlichen Pflegemaßnahmen im Frauenwald wurden seinerzeit lautstark kritisiert, ein „naturnaher Urwald“ gefordert , ein „Gemeindebeserlpark“ befürchtet, und nun darf’s auf einmal ein generationsübergreifender Erlebensraum“ im Wald sein?

Vor fünfzehn Jahren waren noch Fasane im Frauenwald und der damals angrenzenden Baumschule. Wir zählten im Jahr 2000 noch 18 Stück nahe der Fasangasse (woher die wohl ihren Namen hat?). Es gibt befahrene Fuchs- und Dachsbaue, mehrere Rehfamilien haben dort ihr zu Hause, ja sogar Schwarzwild wurde dort regelmäßig gefährtet (und auch gesehen) und nun soll neben der Hundeauslaufzone, der Rettungshundebrigadestaffel auch noch eine Begegnungszone für Jung und Alt im Frauenwald entstehen?

Wo beginnt unser grünes Gewissen und wo hört es auf? Haben unsere freilebenden Tiere nicht auch ein Recht auf Lebensraum? Freuen wir uns doch, wenn wir mitten im Ort ein Stück Natur, ein Waldgebiet, den Frauenwald, haben, und lassen wir ihn bitte so, wie er ist, ohne neuen Erlebnispfad!

Franz Hahn, Gemeindearzt

01/2016 - Liebe Stachelbeeren!

Wir kommen aus Mauer und Atzgersdorf und besuchen fast täglich die Hundeauslaufzone (Artikel Heft 65), da es bei uns nicht so tolle Auslaufmöglichkeiten gibt! Es ist uns auch egal „ob und wie“ gatschig wir wieder nach Hause kommen. Für uns zählt nur, dass sich unsere Hunde austoben können und sich wohlfühlen.

All denen, die mit der Hundeauslaufzone nicht zufrieden sind, möchten wir empfehlen, einmal die Hundeauslaufzone in der Gesslgasse zu besuchen, danach wird die Hundeauslaufzone mehr geschätzt werden!!!

Viele liebe Grüße von unseren Besitzern und viele Wuwuwus von Liisa, Archie und Joker

Karina Loumann, 1230 Wien

01/2016 - Ein besorgter Breitenfurter

Seit fast 40 Jahren lebe ich nun in Breitenfurt. Ich bezeichne mich selbst aus vollster Überzeugung als Breitenfurter. Glücklich darüber, in so einem schönen Ort zu leben. Stolz darüber, so eine schöne Landschaft in unmittelbarer Nähe genießen zu können.

Was sich aber in den letzten Jahren an brutalen Rodungen, ohne Gefühl für die Naturschönheit abspielt, ist unglaublich. Auswärtige Firmen, denen unsere wunderbare Umgebung vollkommen egal ist, verschandeln und zerstören unseren Lebensraum! Es wäre an der Zeit, dass unser Förster, der ein sehr umweltbewusster Mann ist, sich dafür stark macht und dem Treiben ein Ende setzt.

Ganz aktuell: Der verlängerte Lerchensteig, die einzige Möglichkeit, ohne über die stark befahrene Hirschentanzstraße den Umkehrplatz zu erreichen, ist derzeit unpassierbar. Die Forstarbeiter haben beim Abtransport des Holzes tiefe Spurrinnen hinterlassen und so den Weg vollkommen ruiniert. Ich hoffe, diese Schäden lassen sich je wieder beheben.

Zum Jahreswechsel wünsche ich mir, dass sich sowohl die Gemeinde Breitenfurt als auch die Bundesforste gemeinsam zum Wohle der Bürger und der Natur etwas einfallen lassen um solche Missstände zu vermeiden.

Rudi Stark, 2384 Breitenfurt

10/2015 - Instandhaltung statt Staudammbau

1998 hatten wir ein sehr starkes Hochwasser im Bereich Buchengasse–Waldstraße. Der damalige Förster reagierte sofort. Es wurden Rohre verlegt, um das angeschwemmte Totholz aufzufangen. Dies funktionierte auch, solange die Rohre nach jedem starken Regen gereinigt wurden.

Durch Einsparungen seitens der Gemeinde Wien wurde das Revier Breitenfurt mit dem Revier Lainzer Tiergarten zusammen gelegt, und die Reinigungarbeiten bei den Rohren wurden eingestellt. 2010 hatte ich deswegen einen Termin bei Bürgermeister Herzig. Dabei zeigte ich ihm, dass alle Rohre mit Totholz verlegt sind und sich ca. 1,5 Kilometer hinter den Grundstücken ein Staudamm mit ungefähr 8 Meter Höhe aus Totholz gebildet hat. Seine Antwort darauf war, das sei Gemeinde-Wien-Grund und er werde es weiterleiten. Geschehen ist allerdings nichts!

Dann kam das Jahr 2014 –Starkregen. Der Damm aus diesem Totholz brach. Da alle Rohre schon vorher verstopft waren, schoss das Wasser ungehindert darüber hinweg. Was zur Folge hatte, dass die Auffanggrube im Bereich Waldstraße innerhalb weniger Minuten mit Totholz verlegt war. Die Folge war das stärkste Hochwasser seit langem, bei dem sogar die Feuerwehren der umliegenden Gemeinden unsere Breitenfurter Feuerwehr unterstützten. Noch einmal DANKE an all diese freiwilligen Helfer!

Meine persönliche Meinung dazu ist, bei sofortiger Reaktion und Reinigung des Baches wäre es manchen Breitenfurtern erspart geblieben, dass ihre Keller voll mit Wasser waren. Hätte diese Aufgabe z. B. der Bauhof übernommen, wäre es vielleicht zu maximal zwei Arbeitstagen gekommen, um alles zu entfernen und zu reinigen.

Fritz Kwech, Breitenfurt

10/2015 - Raser in Breitenfurt-West

Wir wohnen auf Stelzerbergstraße 14a, bzw. 16. Die Stelzerbergstraße zwischen Bauernhof Embacher und ÖVP-Club ist eine klassische Überhol- und Vollgasstrecke in Breitenfurt West.

Es ist ein Wunder, dass hier bis jetzt noch nichts passiert ist. Auch aus dem Grund, da vis-à-vis von uns der Hobby-Fussballplatz ist, wo doch immer wieder Bälle versehentlich auf der Straße landen. Speziell an Wochenenden gibt es Auto- bzw. Motorradfahrer, die dieses Stück mit weit mehr als 50 km/h (wahrscheinlich bis zu 100 oder 120 km/h) befahren.

Wenn man von unserem Grundstück auf die Stelzerbergstraße fahren möchte, sieht man sehr schlecht, ob von oben, also vom Stelzerberg, etwas kommt – ein gefährliches Lotteriespiel. Des weiteren sind zwischen Feuerwehr und Müllinsel ein Kinderspielplatz und der Kindergarten.

Es gibt viele Möglichkeiten, diesen Streckenabschnitt sicherer zu machen, aber anscheinend muss vorher etwas Gravierendes passieren, bis seitens der Gemeinde etwas getan wird. Es leben hier viele Kinder, aber auch Tiere, die durch diese extrem rücksichtslosen und asozialen Raser sehr gefährdet sind. Deswegen sollte endlich eine Verkehrsberuhigung gemacht werden, damit die von der Gemeinde so angepriesene Lebensqualität auch gegeben ist.

Michael Walisch, Breitenfurt

10/2015 - „Wehret den Anfängen!“

(Leserbrief zu BRENNNESSEL, Heft 64/Mai 2015 und unsere heimat, Mai 2015/Nr. 05)

Per Leserbrief und einem Kommentar versuchen die Grünen in ihrer Mai-Ausgabe Stimmung gegen einen erfolgreichen, ehemaligen Gemeinderat zu machen, nur weil er weiterhin – gegen eine kleine Aufwandsentschädigung – für die Gemeinde tätig ist. Und dass der Blasiussteig bzw. das private Grundstück hinter dem Pfarrgarten einmal ausgeholzt werden musste, ist zumindest all jenen klar, die entweder bei Sturm und Regen auf diese Verbindung angewiesen sind, sowie auch jenen, die an die Sicherheit ihrer spielenden Kinder denken.

Nun fühlt sich aber die ÖVP wiederum in ihrer Mai-Ausgabe dazu bemüßigt, ihrerseits auf die Grünen loszugehen und ein polemisches Hickhack nach dem Motto „wer ist der bessere Grüne“ bzw. „haust du meinen Sack, so haue ich deinen …“ zu eröffnen bzw. fortzusetzen.

Abgesehen davon, dass solches von der Bevölkerung nicht goutiert wird – schon einmal, in den 80-er Jahren, wurde ein Bürgermeister nicht zuletzt deswegen abgewählt, weil man des Hickhack’s in den Zeitungen überdrüssig war – stößt mir ein Argument in der Auseinandersetzung besonders übel auf. Ich zitiere: „Unsere Recherchen haben übrigens auch ergeben, dass sich die Grünen als einzige Partei nicht auf der Spendenliste (…) für die Renovierung der Barockkirche St. Johann finden – Vorschiften möchten sie der Pfarre aber trotzdem machen.“ (unsere heimat, Mai 2015/Nr. 05, Seite 3 rechts unten, gezeichnet mit Red. – somit offizielle Meinung der ÖVP-Redaktion).

Ich finde es ungeheuerlich, wenn man Breitenfurter in „gute Breitenfurter“, die gespendet haben, und schlechte Breitenfurter“, die nicht gespendet haben und deshalb ihren Mund halten sollen, auseinanderdividiert. Man kann spenden und Gutes tun, anonym und auch ohne sich dafür in der Öffentlichkeit präsentieren zu müssen. Es ist aber eine Frage des Respekts, der Toleranz und des Anstandes, wie man in Diskussionen miteinander umgeht. Brunnenvergifter jedoch sollten in der Breitenfurter Politik nichts zu suchen haben.

Helmut Schmitt, 2384 Breitenfurt

08/2015 - Motorradlärm in Hochroterd

Heute war wieder ein Sonntag, an dem ich nicht weiß, ob die Freude am schönen Wetter oder die Aggression gegenüber dem Motorradlärm überwiegt. Vom Vormittag bis zum Einbruch der Dunkelheit donnerten die Motorräder, meist in Gruppen, mit einem Affentempo die Hochroterdstraße hinauf und hinunter, oft unter Kultivierung von Fehlzündungen und absichtlichem Aufdrehen der PS-Zahl. Im Garten war es unmöglich, Gespräche normal zu führen, immer musste man unterbrechen.

Ein einziges Mal habe ich die Polizei bei Geschwindigkeitsmessungen gesehen und mich beklagt. Der Polizist meinte „ich frag mich, wieso die Leute das hinnehmen“.

Viktoria Hasler, 2384 Breitenfurt

Ältere Leserbriefe finden sich in den jeweiligen Ausgaben der Brennnessel im Archiv!